Formentera

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Formentera ist die kleinere Schwesterninsel von Ibiza und hat eine Größe von 82 Quadratkilometern. Von Nord nach Süd misst sie 14 km, von West nach Ost 15 km.
Die höchste Erhebung ist die Felsküste La Mola, im Osten der Insel, mit immerhin 192 Metern.
Die Bevölkerungszahl hat sich zurzeit auf rund 10.000 Einwohner eingependelt, darunter ca. 2.500 ausländische Residenten.

Der Hauptort ist Sant Francesc, andere Orte von Bedeutung sind Sant Ferran und Es Pujols.
Formentera gehört wie Ibiza zu den Pityusen, den pinienreichen Inseln. Auch hier ist im Sommer die Vegetation dem Klima entsprechend karg. Erst im Herbst, wenn es mehr regnet, wird alles wieder grün. Im Frühling beginnt die Insel in den prächtigsten Farben bunt zu blühen.

Wirklich giftige Tiere gibt es auf Formentera nicht, nur die Begegnung mit dem Petermännchen, einem kleinen Fisch, der über einen giftigen Stachel verfügt, sollte man unbedingt meiden. Leider tauchen in letzter Zeit immer häufiger die lästigen Feuerquallen in den Buchten auf. Der Kontakt ist äußerst schmerzhaft. Gleiches gilt natürlich für See-Igel.
Vorsicht: Es können immer abgebrochene Stacheln in der Wunde zurück bleiben. Ein Besuch beim Arzt kann nie schaden. Nicht giftig, aber allgegenwärtig: Die Eidechsen. Man könnte sie schon fast als Wappentier Formenteras bezeichnen.

Das karibische Flair Formenteras wurde schon in unzähligen Reiseführern beschrieben - aus gutem Grund! Formenteras weite weiße Sandstrände sind einzigartig, ebenso wie das Meer, das in allen Blautönen traumhaft schimmert. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit hat die Insel einen ganz eigenständigen Charakter bewahren können. Gerade in der Vor- und Nachsaison zeigt sie sich von ihrer reizvollsten Seite. Über viele Jahre galt Formentera als Fahrradinsel, und oft wurde gescherzt, es gäbe hier ebenso viele Drahtesel wie Einwohner. Und eigentlich ist das Fahrrad auch ein perfektes Transportmittel für die Insel. Leider sind diese Zeiten vorbei, zwar sind immer noch etwa 2.500 Leihräder im Angebot, doch unter den meist jungen italienischen Urlaubern sind längst die Motorroller in Mode gekommen. Die vielen Mopeds führten in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen. Luftverschmutzung, Lärm - und nicht zuletzt das wilde Fahren über Felder und sogar an Stränden - haben die Inselregierung veranlasst, entsprechende Regularien aufzustellen.

Formentera ist nur auf dem Seeweg zu erreichen, einen eigenen Flughafen hat die Insel nicht, allerdings ist bereits im Gespräch, einen Hubschrauber-Pendelverkehr einzurichten. Die elf Seemeilen zwischen Ibiza und Formentera kann man via Fährtransfere mit einem Schnellboot, einem „Normalboot“ oder der behäbigen Autofähre zurücklegen. Die Reisezeit beträgt zwischen 30 Minuten und etwa einer Stunde. Im Sommer gibt es regelmäßige Abfahrtstermine, im Winter wird der Verkehr zwischen den Inseln eingeschränkt.

Die Orte der Insel:

La Savina
Den Hafen La Savina wird jeder Formentera-Besucher kennen lernen - vorausgesetzt natürlich, er kommt mit einem öffentlichen Transportmittel an. Yachten und Fischerboote dümpeln im Hafenbecken, es gibt etliche Cafés, Restaurants und Geschäfte, außerdem diverse Unternehmen, die Räder, Motorroller oder Autos vermieten.

San Francisco de Javier/Sant Francesc de Xavier
Die fünf Autominuten vom Hafen entfernte „Hauptstadt“ der Insel wurde 1726 gegründet. Und obwohl die Ortschaft in den vergangenen Jahren gewachsen ist, besteht nicht die Gefahr, sich zu verlaufen: Eine rustikale Wehrkirche aus dem 18. Jahrhundert, ein privates Heimatkundemuseum, einige Wohnhäuser, Geschäfte, Werkstätten und Boutiquen - mehr hat der verschlafene Ort nicht zu bieten.

San Fernando/Sant Ferran de Ses Roques
Das kleine Dorf in der Inselmitte liegt auf dem Weg zur Mola und war das Zentrum der Hippiebewegung: Die Fonda Pepe war ein beliebter Treffpunkt der Blumenkinder. Die Hippies sind verschwunden, aber der Ruf hallt nach. Die einfache Landkirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut.

Es Pujols
Der Haupttouristenort Formenteras liegt an der Nordostküste der Insel. Bevor die Hippies und Pauschalurlauber den Platz entdeckten, gab es hier nur ein paar Bootsschuppen, eine verlassene Sandbucht und ein Pinienwäldchen. Mittlerweile bietet Es Pujols zahlreiche kleine Hotels und Apartmentkomplexe, Straßencafés, Restaurants und Geschäfte. El Pilar de la Mola

Hauptattraktion des Dörfchens ist die Ende des 18. Jahrhunderts im ibizenkischen Stil errichtete Landkirche. Auf einem mit Mosaiksteinen ausgelegten Platz wird im Sommer an jedem Mittwoch und Sonntag ein Hippiemarkt veranstaltet, dies sorgt für reichlich Gedränge. Wer weiter Richtung Osten fährt, kommt auf der Plattform La Mola an. Der großartige Blick von der über 190 Meter hohen Steilküste ist nur für Schwindelfreie geeignet. Ein Leuchtturm, eine Bar und ein Denkmal zu Ehren Jules Vernes - das war´s!

Unser Tipp: Nachts dorthin fahren. Es ist schon ein besonderes und romantisches Erlebnis, wenn man in einer lauen Nacht beobachtet, wie der Lichtkegel des schwarz-weiß gestreiften Leuchtturmes die Dunkelheit durchschneidet und in der Ferne der tiefdunklen Nacht verschwindet.. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Salinen mit Salzbecken und Salzseen, die unvergleichlichen Dünen, die Strände und Pinienwälder. Ebenso das Großsteingrab Ca Na Costa, die Tropfsteinhöhle in San Ferran oder die Grundmauern eines römischen Kastells bei Es Caló.