Wassersport

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Von der Tagestour bis zum Yachteigner
Mit dem Boot auf den Inseln
Boote und Yachten gehören zu den Pityusen – also Ibiza und Formentera – wie die Pinien, denen die beiden Inseln ihren Gruppennamen verdanken. Pityusen bedeutet die Pinieninseln.
Den Wind im Gesicht, den Geschmack von Salz auf den Lippen und die schönsten Buchten des Mittelmeeres vorm Bug. Auch in der Hochsaison nicht mit Menschen überfüllt, mit samtweichen weißen Sand und einem türkisen Wasser, das schon fast blendet. Kein Maler, kein Reiseführer kann das schöner darstellen. Hier ist die Fantasie Wirklichkeit. Die Pityusen gelten als die Inseln mit dem saubersten Wasser im gesamten Mittelmeer. Und wenn das Boot durchs glasklare Wasser schneidet, durch ein Farbenspiel aus allen erdenklichen Blautönen, dann erleben Sie die Pityusen von einer ganz anderen Seite. Mit dem Gefühl der unendlichen Freiheit.
Egal, ob beim Spaß mit den Speedboot, beim Cruisen auf der Luxusyacht oder dem Erlebnis Segeln, das eine unbeschreiblichen Ruhe mit sich bringt. Ibiza und Formentera halten für jede Leidenschaft das perfekte Programm bereit. Tagesausflüge, Charter oder ein eigenes Boot? Kein Problem. Hier finden Sie Informationen über Boots-Touren, Charteragenturen, Häfen, Boots-Service und -Werften. Außerdem Tipps für die schönsten Buchten.
Informationen über die Yachthäfen auf Ibiza und Formentera
Damit Sie Ihren Urlaub mit Schiff, Strand und Meer richtig genießen können

Marina Botafoch in Eivissa
Die Marina Botafoch hat 107 Miet- und 321 Privat-Liegeplätze. Reservierungen kann man ab Januar tätigen, wobei es eine Warteliste gibt.
Reservieren über Telefon 971 311 711 oder direkt im Büro. Der Besitzer muss, mit seinen persönlichen Angaben auch die Schiffsunterlagen (Nummer,  Name, Gesamtlänge und -breite und – in bestimmten Fällen – Tiefgang) vorlegen.
Die Preise sind abhängig von der Schiffsart, der Saison und der Dauer der Vermietung.
Im Hafenbüro wird jeden Tag die Wettervorhersage ausgehängt. Diese Information ist auch über die Internetseite des Hafens verfügbar.
Auch wenn der Hafen Hilfestellungen geben kann, im Fall einer Havarie ist es üblich, dass sich der Eigner an den offiziellen Service (Werft/Servicevertretung des Bootsherstellers) wendet, oder an Salvamar, dem staatlichen Seerettungsdienst, Tel. 900 202 202.
Die Webseite des Hafens ist www.marinabotafoch.com


Marina Ibiza (ehemals “Ibiza Nueva”), Eivissa
Einer der ältesten Sporthäfen der Insel, Ibiza Nueva, wurde umgebaut – und heißt nun Marina Ibiza.
Insgesamt verfügt der Hafen über 379 Anlegeplätze.
Diese teilen sich wie folgt auf:
101 Liegeplätze für Großyachten (bis 55 Meter Länge) im Süd-Becken.
278 Liegeplätze für Boote und Yachten bis 15 Metern im Nord-Becken.
Man kann sich unter Tel. 971 31 80 40 über freie Plätze informieren.
Tarife auf Anfrage.
Im Büro wird täglich die Wettervorhersage angeboten.
Der Hafen selbst hat keine Pannenhilfe, es gibt aber verschiedene Firmen, die für den Hafen arbeiten und diesen Dienst anbieten.
Auf dem Gelände des schicken Hafens finden sich Bars, Restaurants und diverse Geschäfte.
Weitere Infos über den Hafen: www.marinaibiza.com

Sporthafen Sant Antoni
Der Hafen verfügt über 404 Anlegeplätze, nur die Mitglieder dürfen reservieren. Es gibt aber eine tägliche Warteliste, über die man ab mittags Auskünfte erhält. Interessenten müssen unter 971 34 06 45 anrufen. Wenn Sie einen Anlegeplatz bekommen, werden Sie im Büro über die benötigten Unterlagen informiert.
Im Büro wird täglich über die Wettervorhersage informiert.
Bei Havarie kann der Eigner beim Hafenmeister anrufen und eine Liste von Pannendiensten bekommen.
Zusätzliche Informationen über www.nauticsantantoni.com

Yachthafen Santa Eulalia
Der Hafen hat 755 Anlegeplätze. Auskunft über Telefon 971 33 61 61. Reservierungen können per e-mail gemacht werden: ptostaeulalia@interbook.net
Der Hafen gibt dem Eigner Angaben über die Preise.
In der Hafenmeisterei wird täglich das Wetter ausgehängt.
Der Eigner muss bei Reparaturbedarf an seinem Boot selbst die Service-Station anrufen, die er am besten findet. Es gibt keine Firmenliste.


Yachthafen Formentera Marina
Formentera Marina hat etwa 100 Anlegeplätze – und meist mehr Schiffe in der Warteliste, als Plätze. In der Vor- und Nebensaison sind die Chancen aber gut und es reicht meistens, ein oder zwei Tage vorher Ankunft anzurufen, um eine Reservierung zu bekommen.
Um zu reservieren, muss der Eigner unter 971 32 23 46 anrufen. Dann wird ein Kostenvoranschlag gemacht. Zur Bestätigung der Reservierung muss man innerhalb von einer Woche 50% des Preises überweisen.
Täglich wird die Wettervorhersage am schwarzen Brett ausgehängt.
Bei Havarie in der Hafeneinfahrt hat Formentera Marina ein kleines Schiff zum Schleppen.
Die Webseite des Hafens ist www.marinadeformentera.com

Yachthafen Formentera Mar
Es gibt insgesamt 90 Anlegeplätze.
Man kann unter Telefon 971 32 32 35 reservieren oder den Antrag an die Nummer 971 32 22 22 faxen.
Im Hafenbüro wird jeden Tag Wetterauskunft ausgehängt.
Bei Bootsschäden: Wenn das Schiff noch im Hafen ist, kann sich der Eigner an die Werkstatt wenden. Außerhalb des Hafen muss man den staatlichen Rettungsdienst Salvamar anrufen.

Geschichte des Yachthafens Santa Eulària:
Im Jahr 1980 gab es für die reichen Yachtbesitzer, die in den Restaurants des damaligen Nobelviertels West-End in Sant Antoni ein und aus gingen, nur eine kleine „Marina“ außerhalb des Bereiches Ibiza Stadt. Der Sporthafen Sant Antoni war in Yachtkreisen ein gut gehütetes Geheimnis im Vergleich zum französischen Saint Tropez, dass auf den Titelblättern der In-Magazine prangte – aber zum Abstieg verurtelt war.

Auf der anderen Seite der Insel erwachte Santa Eulària aus seinem Dornröschenschlaf. Denn 1982 hatte Ricardo Curtoys (der Sohn des Ricardos, nach dem die Straße in Santa Eulària benannt wurde) die Idee, in Konkurrenz zu Sant Antoni eine eigene „Marina“ zu gründen, sich so ein großes Stück vom Yacht-Business-Kuchen abzuschneiden – und sogar weitere Yachteigner auf die Insel zu locken. Er gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, kalkulierte die Kosten und ersann einen Geschäftsplan mit schwindelerregenden Geldbeträgen. Die ganze Sache sollte über einen 50-jährigen Pachtvertrag funktionieren, nach dessen Ablauf das Eigentum an der Anlage an den spanischen Staat oder präziser ausgedrückt – an die Küstenverwaltung zurückfallen würde. Ricardo war eine äußerst bemerkenswerte Persönlichkeit und in der Lage, die meisten Themen mit Sachverstand und Autorität anzupacken. Nur jemand mit vergleichbarer Vision und ähnlichem Selbstbewusstsein konnte ein Projekt dieser Größenordnung in Angriff nehmen, das vor über 20 Jahren mehr als 2 Milliarden Peseten (10 Millionen Euro) erforderte. Natürlich musste einer, der so selbstbewusst wie Ricardo war, die Einmischung anderer in das „eigene“ Projekt als „lästig“ empfinden – obwohl in dieser Größenordnung nichts ohne Expertenteams, Sponsoren und vor Allem ohne die Genehmigung der Behörden möglich war und ist. Es erfordert einiges an Fantasie, um sich vorzustellen, ein so gigantisches Projekt, wie die einsame felsige Bucht von Santa Eulària in den schicken Yachthafen von heute zu verwandeln. Aber Ricardo ging ran, kümmerte sich um die Genehmigungen, Lizenzen und darum, den größten Teil der ersten Milliarde Peseten bei der spanischen Staatsbank lokker zu machen.

Leider reichte das von der Bank geliehene Kapital nur zur Deckung von ca. 70% der voraussichtlichen Kosten des Vorhabens. Zu diesem Zeitpunkt stießen Frederik van Palandt, Michael Pearson, Anders Falk und eine Reihe anderer Berühmtheiten hinzu und gewährleisteten den Erfolg des Projektes. Es wurde eine Marketing-Firma mit dem Verkauf bzw. der Verpachtung von Liegeplätzen beauftragt, die bislang nur auf dem Papier existierten. Die Baukosten überstiegen schon bald die Summe des eingenommenen Geldes, die Arbeiten ruhten für mehr als ein halbes Jahr, und die Bank weigerte sich, das Kapital zu erhöhen, bevor die Aktionäre ihre Anteile erhöhten. Deren Anteile hingen vom Verkauf der Liegeplätze und den zum Zeitpunkt des Baustopps zahlungsunfähigen Mitaktionären ab.

Die Zwistigkeiten unter den Beteiligten legten sich erst, als sich der Bauunternehmer davon überzeugen ließ, dass die für ihn einzige Möglichkeit, sein Geld zu bekommen und das renommierte Projekt fertig zu stellen, darin bestand, selbst Aktionär zu werden.

Schließlich wurde das Projekt fertig gestellt – allerdings ein paar Jahre später, als ursprünglich geplant – und machte Santa Eulària zu der aufstrebenden Stadt, die wir heute sehen. Eine Stadt, die Ricardo Curtoys und seinen ursprünglichen Partnern und der gemeinsamen Vision viel zu verdanken hat. Es ist einige Zeit her, dass der Club Náutico in eher beengten Räumlichkeiten residierte, die nur für die Patrone einiger Fischerboote zur Verfügung standen, die an versenkten Betonblöcken fest machten. (Die Eigentümer dieser Betonklötze erhielten bei Fertigstellung der neuen „Marina“ einen Gratis-Liegeplatz – und für die meisten stellte sich diese Beton-Investition als die glücklichste ihres Lebens heraus). So viel zu der faszinierenden Geschichte – Santa Eulària war nun plötzlich eine wirkliche Alternative zu dem von Imageverlusten geplagten Hafen von Sant Antoni – und bewirkte sogar, dass das Hafenkonzept von Eivissa überdacht wurde. Und heute?

Das Angebot und die Auswahl an Kneipen und Restaurants sind für einen so schmalen Küstenstreifen bemerkenswert, allerdings ist Santa Eulària nicht gerade berühmt für sein Nachtleben. Der nächste ernst zu nehmende Großclub befindet sich in einem Sicherheitsabstand von gut 15 Kilometern in Eivissa. Allerdings gibt es gerade im Hafen ein reichhaltiges Abendangebot, auch und besonders, weil die Stadtverwaltung geräuschvolle Events, so zu sagen aus der Innenstadt verlagert hat.